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3. Ergomechanics®Konferenz: Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutieren Wirbelsäulengesundheit am Fahrerarbeitsplatz

29.09.2017

Amberg, 29. September 2017 – Hochkarätige Experten haben auf der 3. Ergomechanics®Konferenz am 26. September 2017 in Amberg die neuesten Erkenntnisse aus der Wirbelsäulenforschung präsentiert und Lösungen zur Verbesserung der Wirbelsäulengesundheit an Fahrerarbeitsplätzen und in der Mobilität vorgestellt. Auf der vom Automobil- und Nutzfahrzeugzulieferer Grammer initiierten Veranstaltung gehörten renommierte Spezialisten internationaler Universitäten aus den USA, den Niederlanden und Deutschland sowie Vertreter von Unternehmen aus der Automobil- und Nutzfahrzeugbranche wie John Deere, KION, Liebherr, BMW, Audi und Grammer zu den Referenten. Insgesamt nahmen rund 200 Personen an der Konferenz teil, darunter auch Kunden und Entwicklungspartner von Grammer sowie Vertreter von Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften und der Presse.

Vielseitige Fachvorträge
Dr. Michael Borbe, Vice President Global R&D  bei der Grammer AG, eröffnete die Konferenz unter dem Stichwort „Kollaboration für gesundes, aktives Sitzen“: „Dieses wegweisende Kooperationsdreieck zwischen Medizin, Fahrzeugherstellern und 1st Tier wird zu einem Mehrwert für alle Beteiligten führen und schließlich zu Produkten, die den Endkunden Komfort und ergonomisches Sitzen bieten. Das autonome Fahren wird darüber hinaus neuartige, wissenschaftlich fundierte passive und aktive Komfortfunktionen verlangen, die nur mit einem interdisziplinären Ansatz nachhaltig umgesetzt werden können.“

Als Keynote-Sprecherin trat Dr. med. sci. Margareta Nordin auf. Sie referierte über die Bedeutung von Rückenschmerzen, eine der verbreitetsten Erkrankungen der Weltbevölkerung, durch die sich bereits jede dritte Person dauerhaft stark eingeschränkt fühlt.

Nordin betonte, dass alle Forschungsergebnisse zeigten, dass regelmäßige Bewegung der wichtigste Ansatzpunkt zur Vorbeugung gegen und Behandlung von Rückenproblemen sei, und dass insbesondere die Förderung von aktivem Sitzen durch eine entsprechende Gestaltung der Sitze und ihrer Umgebungen erfolgsversprechend sei.

Weiterhin referierte unter anderem Prof. Dr. Hans-Joachim Wilke. Der stellvertretende Direktor des Instituts für Orthopädische Forschung und Biomechanik und Leiter der Wirbelsäulenforschung an der Universität Ulm präsentierte den aktuellen Wissenstand über Funktion und Biomechanik der Wirbelsäule. Jüngste Forschungsergebnisse haben das Wissen um die Wirbelsäule deutlich erweitert und bieten zunehmend die Möglichkeit auch über fundierte Messergebnisse Einflüsse auf die Wirbelsäule zu bewerten.

Wie diese theoretischen Erkenntnisse zur Entwicklung praktischer Lösungen genutzt werden können, erklärte Dr. Susanne Frohriep vom Fachbereich Ergonomie bei Grammer anhand konkreter Beispiele wie den Sitzsystemen Gabelstapler Synchro Seat, Dualmotion-Lehne und Multifunktionsarmlehne Medium. "Eine gut entwickelte Lösung kann die körperliche Belastung des Fahrers erheblich reduzieren. Im Vordergrund steht dabei immer die bestmögliche Unterstützung der Wirbelsäule bei der jeweiligen Tätigkeit am Fahrerarbeitsplatz."

Fokus Autonomes Fahren
Neben der Entlastung der Wirbelsäule am Fahrerarbeitsplatz spielte das Thema autonomes Fahren eine bedeutende Rolle in zahlreichen Vorträgen. Mit der steigenden Automatisierung des Fahrens werden zusätzliche Tätigkeiten und Funktionen, wie beispielsweise Infotainment, für den Fahrer an Bedeutung gewinnen. Diese Veränderungen bringen neue Anforderungen an die Körperhaltung, die Unterbringung von Bedienelementen und die Optimierung von Fahrerplätzen mit sich, mit denen sich die Industrie beschäftigen muss. Bereits in der Vorstufe „der ständigen Überwachung“ eines autonomen Fahrzeugs werden neue Anordnungen von Anzeigen, Instrumenten und des Fahrerplatzes möglich sein. Die Lösung muss den Übergang von einer entspannten Körperhaltung in eine aktive, auf Sondersituationen reagierende Haltung in kürzester Zeit ermöglichen. Betont wurde auch, dass die besten Funktionen und Einstellungen nur wenig nützen, wenn der Fahrer diese nicht an seine individuellen Bedürfnisse und Parameter anpassen kann. Ebenso gelte es grundsätzlich die Möglichkeiten und Anreize zur Bewegung bei sitzenden Positionen in der Mobilität zu erweitern.

Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten die Referenten mit dem Publikum über die gewonnen Erkenntnisse und die kommenden Herausforderungen für Wissenschaft und Industrie einerseits und Kunden andererseits.

Kongress bestätigt die steigende Bedeutung von Ergonomie im Automobilsektor
Dr. Susanne Frohriep, Fachbereich Ergonomie bei Grammer: "Die hohe Teilnehmerzahl bei unserer Ergomechanics®Konferenz zeigt, dass die Wirbelsäulengesundheit am Fahrerarbeitsplatz und zunehmend auch am Fahrerplatz selbst sehr großes Interesse weckt. Als international führender Hersteller von Sitzsystemen ist es uns ein besonderes Anliegen, den Austausch zwischen Forschung und Industrie zu fördern, um wichtiges Know-how zur Entwicklung innovativer Produkte zu vermitteln."  

Unternehmensprofil
Die Grammer AG mit Sitz in Amberg ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von gefederten Fahrer- und Passagiersitzen für On- und Offroad-Fahrzeuge. Im Segment Automotive liefern wir Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen sowie hochwertige Interieur-Komponenten und Bediensysteme für die Automobil-Industrie an namhafte Pkw-Hersteller im Premiumbereich und an Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Das Segment Commercial Vehicles umfasst die Geschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze (Traktoren, Baumaschinen, Stapler) sowie Bahn- und Bussitze. Mit über 12.000 Mitarbeitern ist Grammer in 19 Ländern weltweit tätig. Die Grammer Aktie ist im SDAX notiert und wird an den Börsen München und Frankfurt sowie über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt.

 

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