Grammer investiert in nachhaltigere Produkte: Alternative Werkstoffe und Leichtbau verbessern Ökobilanz

  • Rohmaterialien mit bis zu 70 Prozent am CO2-Fußabdruck von Produkten beteiligt 
  • Kooperation mit Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik der Leibniz Universität Hannover: Werkstoffberatung, Unterstützung bei Ökobilanzierung  



Grammer AG, 2. Dezember 2021 – Hanf, Holz und Flachs als Basis für sogenannte Biopolymere (Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen), Pilzstrukturen oder Spinnennetze als biologische Vorbilder für neue Konstruktionslösungen, dazu das Thema Kreislaufwirtschaft: Auf dem Weg zur Green Company verfolgt Grammer verschiedene Ansätze bei der Entwicklung von Produkten mit verbesserter Klimabilanz. 


Bis 2030 will Grammer seine CO2-Emissionen weltweit um 50 Prozent reduzieren. Neben Maßnahmen wie den Wechsel der Stromversorgung auf erneuerbare Energiequellen stehen auch die Produkte des Unternehmens im Fokus. „Wir erstellen für jedes unserer Produkte einen CO2-Fußabdruck. Mit 60 bis 70 Prozent hat die Ökobilanz der verwendeten Rohmaterialien daran den größten Anteil“, berichtet Dr. Michael Borbe, Senior Group Vice President R&D bei Grammer. „Daher gehören die Auswahl geeigneter Werkstoffe, der Einsatz von Recyclaten und innovativer Leichtbau zu unseren wirksamsten Stellhebeln.“ 


Das Grammer Vorentwicklungsteam Materials & Sustainability arbeitet seit Jahresmitte 2021 eng mit den Experten des Instituts für Kunststoff- und Kreislauftechnik (IKK) der Leibniz Universität Hannover zusammen. Sie unterstützen Grammer beim Materialscouting ebenso wie bei der Prüfung neuer Fertigungstechnologien und -prozesse. Außerdem nutzt Grammer die wertvolle, langjährige Erfahrung des IKK beim Anlegen von genormten Life-Cycle-Assessments für die Ökobilanzierung. Borbe: „Zusätzlich erschließen wir uns über Kooperationen mit namhaften Materialherstellern neue, umweltfreundliche Werkstoffe und untersuchen deren Eignung für unsere Produkte.“


Dass dies keine reine Zukunftsmusik ist, sondern bereits in laufenden Projekten umgesetzt wird, zeigen aktuelle Beispiele aus dem Grammer Portfolio:

  • Auf der Auto Shanghai 2021 präsentierte Grammer Konsolenmodule und Luftführungen für Pkw, die aus recycelten Werkstoffen nachhaltig produziert werden.
  • Die im Oktober 2021 vorgestellte Produktfamilie Ubility One für Busse, Bahnen und autonome Shuttles im städtischen Personentransport erfüllt mit konsequentem Leichtbau und nachhaltigem Design bereits heute hohe Anforderungen an Klimaneutralität: Der Ultraleichtsitz Ubility Light erzielt durch cleveres Produktdesign und durchdachten Materialeinsatz einen Gewichtsvorteil von 60 Prozent gegenüber gängigen Sitzschalen. Allein im europäischen stadtnahen Zugverkehr könnte eine Ausstattung mit dem Ubility Light pro Jahr 130.000 Tonnen CO2 vermeiden helfen. Darüber hinaus ist der komplette Produkt-Lebenszyklus des Ubility Light als erste Bestuhlungsserie für Bus und Bahn „circular ready“, also auf Wiederverwertbarkeit und Materialtrennung ausgelegt. Beim Ubility Air verzichtet Grammer auf Materialmischungen und setzt stattdessen auf ein Monomaterial aus recycelten Grundstoffen, was den Sitz bis zu 100 Prozent wiederverwertbar macht. 
  • Im Forschungsprojekt BOOST, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, geht es um ein bionisch inspiriertes Sitzsystem für Nutzfahrzeuge, Bahnen und Busse. Bei der Konstruktion des Sitzkissens orientieren sich Grammer und die Verbundpartner an den Kammerstrukturen von Moostierchen-Kolonien sowie dem Federkörper eines Bovists, während der Kissenträger nach dem Vorbild eines Spinnennetzes konzipiert wird. 



Unternehmensprofil 
Die Grammer AG mit Sitz in Ursensollen ist in zwei Geschäftsfeldern aktiv: Für die globale Automobilindustrie entwickelt und produziert Grammer hochwertige Interieur- und Bediensysteme sowie innovative thermoplastische Komponenten. Für Lkw, Bahnen, Busse und Offroad-Fahrzeuge ist Grammer Full-Service-Anbieter von Fahrer- und Passagiersitzen. Aktuell beschäftigt die Grammer AG rund 14.000 Mitarbeiter in 20 Ländern weltweit, der Umsatz lag im Jahr 2020 bei rund 1,7 Milliarden Euro. Die Grammer Aktie ist im Prime Standard notiert und wird an den Börsen München und Frankfurt sowie über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt.


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