Grammer wächst mit Pkw-Zuliefergeschäft

Umsatz und Ergebnis per 30.6.2001 deutlich im Plus Übernahmeangebot beendet

Amberg, 13. August 2001 - Die Grammer AG erzielte im ersten Halbjahr 2001 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus um 15 % auf 377,3 Mio. € (Vj. 327,8) und einen überproportionalen Ergebnisanstieg. Das Konzern-EBIT des weltweit aktiven Herstellers von Sitzen, Sitzsystemen und Pkw-Ausstattungsteilen erhöhte sich per Ende Juni auf 30,6 Mio. € (Vj. 17,0), das entspricht einer EBIT-Rendite von 8 %. Auch der Periodenüberschuss lag mit 19,5 Mio. € deutlich über dem Vergleichswert von 6,8 Mio. €. Damit nahm das Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG auf 1,86 € (Basis: 10,5 Mio. Aktien nach der Kapitalerhöhung) zu (Vj. 0,97 €; Basis: 7,0 Mio. Aktien).

Starkes Pkw-Geschäft kompensiert Rückgang in den Sitzbereichen Gewachsen ist die Grammer-Gruppe im ersten Halbjahr 2001 vor allem im Bereich Pkw-Ausstattungen. Hier stieg der Umsatz um 22 % auf 250 Mio. € (Vj. 204,9), das entspricht einem Anteil am Konzernvolumen von gut zwei Dritteln. Bemerkbar machten sich insbesondere hohe Abrufzahlen der Hersteller BMW und Audi, die Grammer mit Kopfstützen und Sitzkomponenten bzw. Kindersitzen ausstattet. Das Bereichs-EBIT konnte durch den Umsatzzuwachs und die konsequente Umsetzung des Restrukturierungsprogramms auf 28,0 Mio. € gesteigert werden (Vj. 8,3).

Dagegen waren die beiden Bereiche Fahrersitze und Passagiersitze durch einen weltweiten Konjunktureinbruch beeinträchtigt. Die Finanzkrise in der Türkei und die Energiekrise in Brasilien führten zu kurzzeitigen Werksschließungen bei Grammer-Kunden. Der Fahrersitzbereich, der zusätzlich die angespannte Situation in der Landwirtschaft sowie die Talfahrt in der Bauindustrie zu verkraften hatte, konnte den Umsatz durch das starke Geschäft im europäischen Lkw-Markt überkompensieren und einen Zuwachs von 12 % auf 99,5 Mio. €

verbuchen (Vj. 88,6). Andererseits verzögerte der 50%ige Einbruch im amerikanischen Lkw-Sektor den Markteintritt von Grammer. Diese entgangenen Ergebnisbeiträge sowie die Währungsverluste in der Türkei belasteten die Ertragslage im Segment Fahrersitze, sodass das EBIT hier auf 2,6 Mio. € (Vj. 6,9) zurückging. Der Bereich Passagiersitze war neben der Krise in der Türkei durch Projektverschiebungen der Deutsche Bahn AG beeinträchtigt, was sich in einem Umsatzrückgang auf 25,2 Mio. € (Vj. 32,6) und einem EBIT von -1,1 Mio. € (Vj. +1,8) bemerkbar machte.

Auslandsanteil erstmals über 50 % Durch den im Berichtszeitraum stark gestiegenen Auslandsumsatz, der im Konzern um 38 % auf 200,2 Mio. € zulegte (Vj. 145,1), erhöhte sich der Anteil am Grammer-Konzernvolumen von 44,2 % auf 53,1 %. Im Inland nahm das Geschäftsvolumen dagegen parallel zur Pkw-Branchenkonjunktur leicht um 3 % auf 177,1 Mio. € ab (Vj. 182,8).

Prognose unverändert positiv Trotz der im zweiten Halbjahr anhaltenden Schwäche in den Bereichen Fahrer- und Passagiersitze geht der Grammmer-Konzern, der per Ende Juni 7.432 Mitarbeiter beschäftigte (Vj. 6.763), weiterhin davon aus, im Gesamtjahr 2001 ein Umsatzplus von rund 10 % (2000: 670,8 Mio. €) und eine hierzu überdurchschnittliche Ergebnisentwicklung zu erzielen (EBIT 2000: 26,5 Mio. €). Grundlagen hierfür sind die fortgesetzt hohe Nachfrage im Bereich Pkw-Aus-stattungen sowie die mittel- und langfristig angelegten Maßnahmen des Restrukturierungsprogramms, die 2001 ihre volle Wirksamkeit entfalten.

Übernahmeangebot abgeschlossen Das von der Grammer Holding GmbH unterbreitete Übernahmeangebot zu 12,50 € je Aktie an die freien Aktionäre der Grammer AG ist zum 30. Juli 2001 planmäßig ausgelaufen. Insgesamt wurden 212.505 Aktien verkauft. Damit hält die Grammer Holding GmbH, an der von Schroder Ventures beratene Investoren und die Familie Grammer beteiligt sind, per Ende Juli 77,9 % der Anteile. 5,1 % liegen bei der künftigen SV Holding GmbH, die komplett im Besitz der Finanzinvestoren ist, 17 % sind breit gestreut.

 

Pressemeldung als MS Word-Datei zum Download