Grammer stellt detailliertes Restrukturierungskonzept vor

Turnaround im Jahr 2000 erwartet

Amberg, 24. Januar 2000 - Die Unternehmensgruppe der Grammer AG, die im Geschäftsjahr 1999 ein deutlich negatives Ergebnis erzielte, hat jetzt ein umfassendes Restrukturierungskonzept vorgestellt. Das Programm wurde vom Vorstand zusammen mit dem renommierten Beratungsunternehmen Roland Berger & Partner erarbeitet und vom Aufsichtrat der Gesellschaft einstimmig verabschiedet. Außerdem wurde das Restrukturierungsprogramm am 14. Januar den Mitgliedern des Bankenkonsortiums vorgetragen. Diese haben dem Konzept ebenfalls zugestimmt und stellen Grammer für das Jahr 2000 die bisherigen Kreditlinien zur Verfügung. Da keine zusätzlichen finanziellen Mittel benötigt werden, ist die Liquidität damit sichergestellt.

 

Neben einer deutlichen Ergebnisverbesserung führen die operativen, strukturellen und finanziellen Maßnahmen, die von Roland Berger & Partner in der Umsetzung begleitet werden, auch zu einer erheblichen Reduzierung des mittelfristigen Kapitalbedarfs. Um die Restrukturierung konsequent voranzutreiben, soll der Vorstand der Grammer AG um eine auf vier Personen erweitert werden. Das neue Mitglied wird derzeit außerhalb des Unternehmens gesucht und soll künftig den Vorsitz des Vorstands übernehmen.

 

Mit der Umsetzung des ersten Bausteins, den operativen Maßnahmen, die den größten Block der Kostensenkung darstellen, wurde bereits begonnen. Im Einzelnen sollen die Einkaufskonditionen verbessert, der sonstige betriebliche Aufwand reduziert sowie Einsparungen im Personalbereich erreicht werden.

 

Die Belegschaft (zum 31.12.1999 waren im Konzern rund 5.700 Mitarbeiter beschäftigt) soll insgesamt um rund 410 Mitarbeiter verkleinert werden. Davon entfällt ein Großteil auf Tochtergesellschaften im Ausland, im weniger betroffenen Inland wird vor allem die Mitarbeiterzahl in nicht produzierenden Bereichen reduziert. Die Sanierung der defizitären Tochtergesellschaft Grammer do Brasil, die bereits seit Dezember 1999 im Gange ist, wird ebenfalls schnell zur Ergebnisverbesserung beitragen.

 

Schwerpunkte des zweiten Maßnahmenbündels, mittel- bis langfristige strukturelle Aktivitäten, sind die Neuordnung der Produktionsstandorte und die Neuausrichtung der Organisation. Geplant ist die Zusammenlegung von Werken sowie die Straffung des Produktspektrums. Zusätzliche Kostensenkungspotentiale ergeben sich aus der dritten Säule des Konzepts, der Reduzierung der Kapitalbindung. Dazu gehört der Abbau von Vorräten und Forderungen sowie Verkäufe von nicht betriebsnotwendigen Vermögenswerten.

 

Bei konsequenter Umsetzung des Programms rechnet Grammer bereits 2000 wieder mit schwarzen Zahlen, während im Geschäftsjahr 1999 nach ersten Hochrechnungen wie angekündigt ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von -25 Mio DM ausgewiesen wird (1998: +31,0). Die bilanzielle Vorsorge für im Jahr 2000 anfallende Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 25-30 Mio DM ist darin noch nicht enthalten. Die Ertragsverbesserung in 2000 resultiert zum einen aus den kurzfristigen Effekten des Konzepts und zum anderen entfallen die hohen Zusatzaufwendungen aus dem Geschäftsjahr 1999, die sich vor allem aus den Umstrukturierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem extremen internen und externen Wachstum des Unternehmens ergaben. Insgesamt erwartet Grammer im laufenden Jahr ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von etwa 15 Mio DM. Der Konzernumsatz stieg 1999 nach vorläufigen Berechnungen auf 1,1 Mrd. DM (1998: 804 Mio DM) und wird sich im Geschäftsjahr 2000 voraussichtlich weiter auf ca. 1,25 Mrd. DM erhöhen.

 

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